Stationäre Kinder- und Jugendhospize

Was ist ein stationäres Kinder- und Jugendhospiz?

Ein Kinder- und Jugendhospiz ist eine stationäre Einrichtung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene (im Einzelfall bis 27 Jahren) mit einer unheilbaren Krankheit, die mit einer verkürzten Lebenserwartung verbunden ist.

Warum gibt es stationäre Kinder- und Jugendhospize?

In einem Kinderhospiz findet Leben und Begegnung statt. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit einer lebensverkürzenden Erkrankung, die Eltern und Geschwister können dort eine Auszeit nehmen. Familien können sich austauschen und gegenseitig in der Krankheitsverarbeitung unterstützen. Der Verlauf einer lebensverkürzenden Erkrankung kann sich bei jungen Menschen über viele Jahre erstrecken. Die häufig intensive Pflege des Kindes zu Hause gibt den Eltern wenige Ruhephasen. Kinderhospize sind Anlaufstellen für Erholung. Sie bieten Herberge bei einer absehbaren oder akuten Überlastungskrise des pflegenden Elternteils. Auch in der Lebensendphase des Kindes stehen die Türen eines Kinderhospizes für die ganze Familie offen.

Wie arbeitet ein stationäres Kinder- und Jugendhospiz?

Vor der Aufnahme des Kindes oder des Jugendlichen besprechen die Eltern mit den Hospizmitarbeitern die notwendigen Rahmenbedingungen und Versorgungsnotwendigkeiten für ihr Kind. Dazu gehören:

  • Datum und Dauer der Aufnahme
  • Pflegeanamnese und Pflegebedarf
  • Gewohnheiten und Vorlieben des Kindes
  • Aufnahme der Eltern und Geschwisterkinder

Während des Aufenthalts im Kinderhospiz wird die ganze Familie von erfahrenen Mitarbeiterinnen auf ihrem Lebens- und Krankheitsweg individuell unterstützt und begleitet. Die Eltern haben die Möglichkeit die Versorgung ihres kranken Kindes ganz oder teilweise an das professionelle Team des Kinderhospizes abzugeben. Sie können sich erholen und Zeit für sich nehmen.

Auch die Geschwister erfahren durch besondere Angebote Zuwendung und Unterstützung. Sie werden in ihrer besonderen Rolle wahrgenommen, begleitet und unterstützt.

Ein Kinderhospiz ist ein Ort der Begegnung. Das Kind oder der Jugendliche, die Eltern und Geschwister haben die Möglichkeit andere Familien kennenzulernen, die sich in einer ähnlichen Lebenssituation befinden. Sie können sich austauschen, unterstützen und sich über den Aufenthalt hinaus vernetzen.

Auf Wunsch kann das kranke Kind mit seiner Familie auch bis zu seinem Tod im Kinderhospiz bleiben.

Wer kann in ein stationäres Kinder- und Jugendhospiz kommen?

Rechtmäßiger Anspruch besteht, wenn eine lebensbegrenzende Diagnose festgestellt wurde.

In der Regel werden bis zu 28 Tagen im Jahr von den Kostenträgern finanziert. In Krisensituationen und in der Lebensendphase gelten besondere Ausnahmeregelungen und individuelle Vereinbarungen.

Welche Verordnung brauche ich für ein stationäres Kinder- und Jugendhospiz?

Für die Aufnahme ist eine ärztliche Bescheinigung des Hausarztes oder des Kinderarztes erforderlich. In der Verordnung sind sowohl die Diagnose sowie eine Aussage zur Notwendigkeit der Pflege in einem Kinder- bzw. Jugendhospiz aufgeführt. Gemeinsam mit den Mitarbeitern des Kinderhospizes wird ein entsprechender Antrag bei der Krankenkasse (und/oder ggf. Pflegekasse) des Kindes gestellt. Erhältlich sind die Antragsformulare beim Kinder- und Jugendhospiz oder bei der jeweiligen Kasse. Die Kostenübernahmeerklärung der Kasse sollte in der Regel vor der Aufnahme vorliegen.

Der Aufenthalt aller Zugehörigen ist in der Regel kostenfrei.

Quelle: www.betanet.de und https://www.deutscher-kinderhospizverein.de

(Stand: 11.10.2017)

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